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Psychologie Seiten Home Allgemeine Psychologie Motivation - Situative Determinanten des Verhaltens - Dissonanzforschung

Motivation - Situative Determinanten des Verhaltens - Dissonanzforschung

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Theoriegeschichtliche Aspekte der Konitiven Dissonanzforschung (S. 129-130)

Bis 1977 sind über 800 Arbeiten zu diesem Thema veröffentlicht worden. Die Vielfalt der Phänomene , die unter dem Aspekt eines Bestrebens, kognitive Dissonsanzen zu reduzieren, auftreten, ist bemerkenswert groß.

Der Größte Teil dieser Phänomene betrifft die Änderung von Einstellungen und Überzeugungen.

Der breite Strom der Dissonanzforschung ist zudem mehr von einer Theorieentwicklung geleitet , die die Selbstwahrnehmung des Handelnden zum entscheidenden Angelpunkt macht.

Brehm und Cohen präzisierten Dissonanz auf persönlich relevante Widersprüche, indem sie als notwendige Bedingung eine Zielbindung (commitment) postulierten, mit den beiden Elementen der erlebten Selbstverursachung der Dissonanz und der öffentlichen Handlungsrealisierung.

Die Spezifikation der Autorenweist auf eine ausgesprochen motivationspsychologische Funktion der Dissonanzreduktion. Denn die Voraussetzung des commitment bedeutet, daß sich eine Intention zu handeln gebildet hat, daß die abwägende Motivationsphase beendet ist und die Volitionsphase begonnen hat.

Aus diesem Grund, steht die Reduktion von kognitiver Dissonanz im Dienste der Handlungskontrolle, also der Weigerung erneut in die Motivationsphase zurückzufallen. Es handelt sich also um eine Vorwärtsstrategie, ein intendiertes Ziel zu erreichen.

Theorien kognitiver Situationsbeurteilung in motivationspsychologischer Sicht (S. 130-131)

Alle erörterten Theorieansätze über die Verhaltenswirksamkeit kognitiver Situationsbeurteilung tragen zur Klärung von Motivationsproblemen bei, auch wenn sie individuelle Unterschiede vernachlässigen. Hinsichtlich ihres möglichen Motivcharakters sind die motivationstheoretischen Ansätze kognitiver Situationsbeurteilung bis heute unterentwickelt und ungeprüft geblieben, eine Motivationsforschung ohne Motive.

Abschließende Bemerkungen (S. 131)

Diese problemgeschichtliche Betrachtung umfaßt ein breites Spektrum: momentane Bdürfniszustände und Triebstärke, situativ erzeugte Konflikte und Aktivationszustände, Emotionen und Kognitionen als Ergebnis von Situationsbeurteilungen. Gemeinsam ist all diesen Determinanten der inneren oder äußeren Situation nur, daß sie intraindividuell variabel sind und nicht mit interindividuellen Dispositionsunterschieden verknüpft wurden.

Dabei wurde immer deutlicher, daß die Klärung auf zwei Basiskonstrukten beruht, auf Erwartung und Anreiz.

* Ich habe den Eindruck, daß kognitive Dissonanzen in einem engen Zusammenhang mit den selbstwertdienlichen Verzerrungen (siehe Forgas-Zusammenfassung) stehen. Eine einmal getroffene Entscheidung gilt es vor sich selbst und anderen zu rechtfertigen, um nicht als Depp dazustehen *



Aktualisiert ( Mittwoch, den 04. November 2009 um 12:34 Uhr )  

nice to know

Der Hawthorne-Effekt beschreibt den Einfluß des Beobachters auf den Beobachteten ausschließlich aufgrund der Tatssache, dass eine Beobachtung stattfindet. Der Effekt  geht auf ein Experiment um 1924 in den Hawthorne-Werken der Western Electric in Cicero/Illinois zurück. Die Forscher wollten wissen, ob verbesserte Lichtverhältnisse die Produktivität steigern können. Anfangs sah es danach aus, doch dann stellte sich heraus: Die Probanden arbeiteten nur besser, weil sie wussten, dass sie beobachtet werden. Der Effekt zeigt zugleich, dass Menschen eine erlernte Ansicht darüber haben, was ihre maximale Leistungskraft anbelangt und dass diese Grenze oft willkürlich gewählt ist. Man darf annehmen, dass die Hawthorne-Arbeiter schon unter Dämmerlicht ihr Bestes gaben. Aber jedes Mal, wenn die Forscher ein Experiment ankündigten, waren sie in der Lage, ihre Schaffenskraft zu steigern.