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Psychologie Seiten Home Allgemeine Psychologie Motivation - Motivation durch Anreiz und Erwartung

Motivation - Motivation durch Anreiz und Erwartung

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Motivation - Motivation durch Anreiz und Erwartung
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In diesem Kapitel werden Theorien beschrieben die sich mit situativen Determinanten beschäftigen. Diesen Theorien ist gemeinsam, daß sie auf die eine oder andere Weise dem Lebewesen zuerkennen, daß sein Verhalten von vorweggenommenen Zielzuständen des Verhaltens geleitet wird.

Motivation ist das Anstreben von Zielzuständen, von Bekräftigungen (behavioristische Ausdrucksweise).

Es gibt demenstsprechend eine bestimmte Erwartung. Erwartungen sind der Fremdbeobachtung jedoch nicht direkt zugänglich. Sie müssen erschlossen werden und sind deswegen hypothetische Konstrukte.

Eine Voraussetzung besteht darin, daß der Zielzustand Wertcharakter für das Lebewesen haben muß, um als Bekräftiger zu funktionieren.

Bestimmte Objekte oder Ereignisse, die den Zielzustand ausmachen, haben eine negative (Zielzustand vereitelnd) oder positive (Zielzustand begünstigend) Bedeutung. Diese Objekte oder Ereignisse=S* haben einen positiven oder negativen Anreiz.

Der Anreiz von Objekten oder Ereignissen kann erlernt oder angeboren sein.

Für den Wertcharakter des Anreiz werden auch andere Bezeichnungen verwendet. Lewin spricht von Valenz oder Aufforderungscharakter, Tolman von Zielverlangen (demand for goal).

Verhalten ist proaktiv, indem es sich von den anreizartigen Verheißungen und Bedrohungen künftiger Zielzustände anziehen oder abstoßen läßt.

* Demgegenüber ist das Verhalten wie es in Hulls Triebtheorie beschrieben wird reaktiv. Die Verhaltenssteuerung ist durch vorliegende Reiz-Reaktions-Verbindungen (habits) bereits fixiert.*

Lewins Feldtheorie (S.135-136)

Lewin hat mit seiner Feltheorie eine neue verhaltenserklärende Sichtweise entwickelt. Mit ihrer Hilfe sollen Handlungsabläufe möglichst konkret auf Bedingungskonstellationen des je gegenwärtigen Feldes zurückgeführt und erklärt werden.

Der Begriff des Feldes umfaßt Bedingungsfaktoren sowohl der äußeren Situation (Umgebung) wie der inneren Situation (Person).

Die Feldtheorie versucht alle verhaltenswirksamen Bedingungen, die die gegenwärtige Situation und Zuständlichkeiten der Person charakterisiert , aufzuspüren und miteinander in kausaldynamische Beziehungen zu setzen.

Lewin(1942) kennzeichnet seine Feldtheorie mit sechs Charakteristika :

  • Die Analyse des Verhaltens muß von der Gesamtsituation ausgehen.
  • Der Erklärungsansatz muß psychologisch und nicht quasiphysikalisch sein. *Dies geschieht in einer Abgrenzung zum physikalischen Reizverständnis der Behavioristen*. Die wahrgenommene Umweltgegebenheiten sin Grundeinheiten der Kausalanalyse.
  • Eine bloße Kopplung von Reiz-Reaktions-Assoziationen ist als Erklärungsansatz nicht ausreichend. Dies ist der dynamische Ansatz der Verhaltenserklärung.
  • Es ist nach der konstruktiven Methode vorzugehen, d.h. bloßes klassifizieren von Verhalten reicht nicht aus, denn es bleibt bei der Beschreibung stehen und kann Erklärungsversuche in die Irre führen. Gleiches Verhalten kann eben verschiedene Ursachen haben.
  • Das Verhalten ist eine Funktion des gegenwärtigen Feldes. Vergangene Ereignisse können zur Struktur des Feldes beigetragen haben. Man kann aber nicht - wie es etwa die Psychoanalyse tut - gegenwärtiges Verhalten unbesehen auf frühere Ereignisse zurückführen.
  • Schließlich sind psychologische Situationen möglichst mathematisch darzustellen, "damit wissenschaftliche Ableitungen möglich werden".Lewin hat in seiner Theorie Gebrauch von der Topologie gemacht (eine Form der Geometrie die nur Nachbarschaften von Regionen aber keine Entfernungen und Richtungen kennt), außerdem hat er Vektoren ( mit ihren drei Bestimmungsstücken Stärke, Richtung und Ansatzpunkt) verwendet.

Lewins (1946a) Forderung nach Analyse der Gesamtsituation resultiert in der berühmt gewordenen Verhaltensgleichung : V=f(P,U). Verhalten ist eine Funktion von Personenfaktoren (P) und Umgebungsfaktoren (U). Diese Idee berücksichtigt die Wechselwirkung zwischen Personen- und Situationsfaktoren im Sinne einer gegenseitigen Beeinflußung.

Lewin hat zur Verhaltenserklärung zwei Modelle entwickelt, die sich teileise ergänzen. Es sind das Personenmodell und das Umweltmodell.

Das Umweltmodell bezieht sich auf Motivationsprobleme, es operiert mit Energien und Spannungen, also skalaren Größen.

Das Personenmodell bezieht sich auf Volitionsprobleme, es operiert mit Kräften und zielgerichtetem Verhalten, also mit vektoriellen Größen.



Aktualisiert ( Mittwoch, den 04. November 2009 um 12:33 Uhr )  

nice to know

Der Hawthorne-Effekt beschreibt den Einfluß des Beobachters auf den Beobachteten ausschließlich aufgrund der Tatssache, dass eine Beobachtung stattfindet. Der Effekt  geht auf ein Experiment um 1924 in den Hawthorne-Werken der Western Electric in Cicero/Illinois zurück. Die Forscher wollten wissen, ob verbesserte Lichtverhältnisse die Produktivität steigern können. Anfangs sah es danach aus, doch dann stellte sich heraus: Die Probanden arbeiteten nur besser, weil sie wussten, dass sie beobachtet werden. Der Effekt zeigt zugleich, dass Menschen eine erlernte Ansicht darüber haben, was ihre maximale Leistungskraft anbelangt und dass diese Grenze oft willkürlich gewählt ist. Man darf annehmen, dass die Hawthorne-Arbeiter schon unter Dämmerlicht ihr Bestes gaben. Aber jedes Mal, wenn die Forscher ein Experiment ankündigten, waren sie in der Lage, ihre Schaffenskraft zu steigern.