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Psychologie Seiten Home Allgemeine Psychologie Beobachtungslernen - Ausblick

Beobachtungslernen - Ausblick

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Der Schwerpunkt in der Vorbildforschung hat sich mit den Jahren verlagert. Fragen des Beobachtungs- und Imitationslernens finden zunehmend weniger Interesse (da u.a. Niedergang des behavioristischen Paradigmas). Auch Banduras Theorie ist in Abkömmling des bekräftigungstheoretischen Ansatzes.

In Fünf Teilgebieten finden auch künftig Beobachtungsphänomene Aufmerksamkeit:

  1. Frage der genetischen Verankerung von Imitationsfähigkeit und -bereitschaft
  2. Im entwicklungspsychologischen Ansatz die Frage nach der Entwicklung der Fähigkeit zur mentalen Repräsentation beobachteten Materials sowie der Fähigkeit und Bereitschaft zur Handlungsregulation anhand von Standards
  3. In der motivationstheorie wird den Phänomenen der Nicht-Nachahmung, der Kontraimitation sowie der indirekten Vorbildwirkung nachgegangen
  4. In der Kognitionspsychologie die Frage nach der Erzeugung und Speicherung einer mentalen repräsentation des Beobachteten sowie einer späteren Umsetzung ins Handeln
  5. Frage nach den Einflüssen moderner Medien:"Ansteckungseffekte". Hier wird die Vorstellung gehegt, daß durch die Beobachtung beim Beobachter vorhandene kognitive Schemata aktiviert werden (priming), daß diese Aktivierung eine gewisse Zeit bestehen bleibt und erst allmählich abschwächt und daß sie sich auf andere Schemata ausbreitet, die mit dem aktivierten assoziativ verknüpft sind (spreading). Enthalten diese Schemata verhaltensspezifische Elemente, steigt für eine gewisse Zeit nach der Beobachtng die Wahrscheinlichkeit, daß das entsprechende Verhalten gezeigt wird(Carver u.a.)
Aktualisiert ( Mittwoch, den 04. November 2009 um 12:49 Uhr )  

nice to know

Der Hawthorne-Effekt beschreibt den Einfluß des Beobachters auf den Beobachteten ausschließlich aufgrund der Tatssache, dass eine Beobachtung stattfindet. Der Effekt  geht auf ein Experiment um 1924 in den Hawthorne-Werken der Western Electric in Cicero/Illinois zurück. Die Forscher wollten wissen, ob verbesserte Lichtverhältnisse die Produktivität steigern können. Anfangs sah es danach aus, doch dann stellte sich heraus: Die Probanden arbeiteten nur besser, weil sie wussten, dass sie beobachtet werden. Der Effekt zeigt zugleich, dass Menschen eine erlernte Ansicht darüber haben, was ihre maximale Leistungskraft anbelangt und dass diese Grenze oft willkürlich gewählt ist. Man darf annehmen, dass die Hawthorne-Arbeiter schon unter Dämmerlicht ihr Bestes gaben. Aber jedes Mal, wenn die Forscher ein Experiment ankündigten, waren sie in der Lage, ihre Schaffenskraft zu steigern.