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Wissen und Gedächtnis

Nach Meumann (1912) kann das Gedächtnis umso mehr (sinnvolle) Informationen aufnehmen, je mehr Informationen sich bereits im Gedächtnis befinden. Die Gedächtniskapazität des LZS wird als nahezu unbegrenzt anzusehen.

3.1     Wissen verbessert die Gedächtnisleistung

Je differenzierter und reichhaltiger das bereits im Gedächtnis vorhandene Material ist, umso mehr Elemente lassen sich an das bereits ausgebildete Wissen anknüpfen. Die Gedächtnisentwicklung ist also in diesem Sinne vorwiegend als Aufbau von Wissens-strukturen zu verstehen.

3.1.1    Das Metagedächtnis

Eine wesentliche Rolle bei der Gedächtnisleistung spielt auch das Wissen um die Funktionsweise des Gedächtnisses selbst. Dieses Metawissen ist vor allem das Wissen über Strategien und die Vorteile ihrer Verwendung.FN11

3.1.2    Experte und Laie

Die Zunahme der Lern- und Gedächtnisfähigkeit hängt mit der Wissensakkumulation eng zusammen. So können Experten auf ihrem jeweiligen Wissensgebiet erheblich mehr und vor allem schneller lernen als Neulinge. Diese größere Fähigkeit läßt sich auf unterschiedliche Chunkgrößen zwischen Experte und Laie zurückführen.

3.2     Der Aufbau von Wissensstrukturen

Unsere Erfahrungen werden nicht Stück für Stück angesammelt, sondern als zusammenhängende Wissensstruktur konstruiert. Der entscheidende Faktor sind vorausgegangene Erfahrungen. Diese früheren Erfahrungen werden vereinfacht und schematisiert. So haben wir für viele unserer Aktionen bereits vorgefertigte Handlungsschemata, die bei entsprechenden Aktionen dann den Ablauf und die Folgen unseres Tuns bestimmen. Schank und Abelson (1970) führten den Begriff des Skripts als schematischen Ablaufplan eines Ereignisses ein. Mit etwa 3 Jahren sind Kinder in der Lage, Ereignisse in Form von Skripts zu repräsentieren. Erst damit sind sie in der Lage, wiederkehrende Ereignisse im Gedächtnis festzuhalten.
Vieles an Wissen, das wir aufnehmen ist unwichtig - es ist für die Lebensbewältigung nicht von Bedeutung. Anders verhält es sich mit dem autobiographischen Wissen, denn es bildet die Grundlage unserer eigenen Identität. Dieses biographische Wissen scheint sich beim Kind erst mit etwa drei Jahren zu entwickeln.FN12